Eggs Benedict

Hallo liebe Leser und Leserinnen!

Ich hoffe, du hast schöne Tage mit deinen Lieblingsbeschäftigungen verbracht und bist gut ins Neue Jahr gerutscht. Ich kämpfe seit meiner Kindheit damit, auf eine gelungene Mischung aus Arbeit, Spaß und Erholung zu kommen. Das macht die Feiertage manchmal schwierig, weil ich nicht den ganzen Tag faulenzen mag, sehr zum Bedauern meines Mannes. Ich weiß nicht woher diese Ungeduld kommt, aber ich denke, ich mache es mir zunutze und erforsche neue Gebiete, die ich nicht immer meistere, aber unbedingt lernen will. So habe ich mich an Krafttraining, deutsch lernen, im Garten Pflanzen anbauen oder Hunde erziehen rangetraut.  Ich will nicht behaupten, dass ich ausgelernt habe, aber ich komme klar. Und das bedeutet mir viel.

Was wünsche ich mir von mir und meiner Umgebung für 2016?

Tja, Fakt ist, jeder Tag ist eine Gabe und ich möchte meine Gaben verwalten und weiter entdecken. Mit 46 Jahre, noch 3 1/2 bis zum großen Geburtstag, bin ich heilfroh wieder belastbar zu sein. Vor allem gehe ich viel bewusster mit meiner Energie um und will nicht verschwenderisch sein. Ja, ich gebe gerne, ohne was anderes als Dankbarkeit zu bekommen. Das macht mir noch Spaß <3. Teils weil ich gerne helfe, teils weil mir so geholfen wurde und ich gerne hätte, dass es anderen so gut geht wie mir.

Ich weiß nämlich immer noch wie es war, Tag für Tag, Jahr für Jahr mit einer ungeladenen Batterie zu leben. Wie wuppt man da Haus, Hund und drei Kinder? Nicht besonders gut, aber ich habe mir vor Augen gehalten, dass ich trotzdem da war. Ja, meine Kinder sind nicht Waisen geworden. Ich war da, obwohl nicht immer belastbar war oder so nett und hilfsbereit wie früher. Vieles ist aus dem Ruder gelaufen, das ich nicht rückgängig machen kann, aber ich kann meine Familie noch herzlich lieben. Und das mache ich jeden Tag. Ich bin dankbar <3 für die Gnade, jeden Tag genießen zu können. Und das bringt mich zu einem richtigen Genießer-Rezept für Fortgeschrittene. Seid ihr gut im Genießen? Oder so wie ich, manchmal getrieben vom Leistungswahn. Wenn man Eggs Benedikt vorbereitet und isst kommt helle Freude (und manchmal auch Ärger und Ungeduld)  auf 😉 Also wenn du ein richtiger Genießer werden möchtest oder bist, darfst du nicht Eggs Benedikt verpassen.

Ich rate dir, die Sauce Hollandaise ein paar mal zu üben, bevor du dich an sie ran traust, wenn du Gäste hast. Es ist keine Schande, sie retten zu müssen, aber es ist gut, wenn man es schon ausprobiert hast. Es ist wirklich ein hervorragender Gericht für Gäste. Aber auch für einen Brunch oder ein Abendessen zu zweit.

Die Reihenfolge, wie man es herstellt kann variieren aber ich rate dir, mit der Hollandaise anzufangen, so dass du alles auf dem Küchen-Tresen griffbereit hast. Entscheide dich, ob du die Butter in der Mikrowelle aufwärmst oder auf dem Herd. Möchtest du es wie ich tröpfchenweise mit dem Zauberstab emulgieren lassen oder ganz klassisch mit dem Schneebesen? Ich empfehle kein Foodprocessor weil die Sauce die wärme verliert und viel zu sehr an den Wänden klebt. Was für eine Verschwendung von dieser sündhaft leckeren Sauce 🙂

Man nehme

125 g Butter

4 Eigelb

1 Prise Salz

1 Teelöffel Zitrone oder Apfelessig

Cayennepfeffer oder  weiße Pfeffer

Fang mit dem Zerlassen der Butter an. In meinem Fall habe ich das in der Mikrowelle gemacht. Vorsicht dass es nicht spritzt!

Nimm den Zauberstab und mixe die Eigelbe in einem hohem Gefäß

(Hier kann man Pause machen und die anderen Gerichte anfangen. So muss man nur die Butter erwärmen, kurz bevor es zusammengemischt wird am Ende vor dem Servieren.)

Jetzt kannst du entweder nach Art der Mayonnaise die ganze Butter draufgeben, wenn der Stabmixer am Boden von dem Gefäß ist und langsam nach oben arbeiten. Oder wie ich, langsam tröpfchenweise und gut zusammenmixen, immer wieder, so dass von Anfang an eine Emulsion entsteht.

Wie geschrieben, wir können die Sauce retten, aber das ist ja nicht Plan A, also gehe langsam und methodisch vor. Wir müssen die Eigelbe „zwingen“ sich mit der Butter zu verheiraten 🙂 Sorry, aber in diesem Fall wissen wir es besser 😉

Und nein, eine gekaufte Hollandaise tut es nicht. Erstens ist nur Schrott drin von komischen Fetten bis zum Emulgierungsmittel und künstlichem Butteraroma. Wer will schon Leuten freiwillig Gift servieren?

Für ein Standard Benedikt nimmst du Schinken oder Bacon als Beilage zu der Hollandaise und pochiertes Ei. Als Variation gibt es Lachs und Spinat.  Eine Scheibe Lachs kurz gebraten aus der Pfanne oder Graved Lachs, macht es noch ein bisschen saftiger. Wir hatten Bacon vom Metzger unseres Vertrauens vacuumiert gekauft. So wissen wir dass es ganz wenig Nitrit hat und absolut glutenfrei ist. Unser Metzger ist Glutenintolerant.

Also nimm den Schinken oder Bacon, zwei Scheiben pro Portion. Ich habe die Scheiben Bacon auf dem Blech gebraten auf 175°C bis sie knusprig waren nach meinem Geschmack. Mach den Ofen aus und lass sie da ruhen bis es Zeit ist fürs Servieren. So bleibt mehr Zeit für die pochierten Eier und das ganze Haus stinkt weniger.

Jetzt mache ich die pochierten Eier

Wenn du zuvor eine Pfanne mit aufgekochtem Wasser und einem Esslöffel Essig vorbereitetet hast, kannst du damit loslegen, die Eier eins nach dem anderen ins Wasser gleiten zu lassen, wenn das Wasser siedet. Die ersten Male habe ich sie in Gefäße geknackt und dann ins Wasser gleiten lassen. Ich finde das aber nicht mehr nötig. Hast du Bedenken deine Eier könnten alt sein, würde ich sie aber vorher knacken.

Kein stürmisches Kochen wird gebraucht. Nein, so kleine Tröpfchen die zeigen dass es bald kocht, brauche ich.

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Ich finde eins pro Person reicht, aber das kommt ja bekanntlich auf die Person und den Hunger an. Die Beilagen spielen auch eine Rolle. Reibe zum Beispiel Blumenkohl von Hand oder mit dem Mixer. Kurz in rotem Palmöl oder Kokosöl in der Pfanne anbraten. Kurz in heißes Wasser geht auch, aber schmeckt mir persönlich nicht.
Blumenkohl in den Ofen mit Curry geröstet,
kein Lchf-Brot, oder wenn du es als Hauptmahlzeit möchtest, nimm ruhig mehr Eier. So toll wie die pochierten schmecken sie selten. Lass sie zwischen 3 bis 5 Minuten sieden. Ich mag es, wenn das Eigelb ein bisschen flüssig ist. Wenn du ganz kleine Eier hast, reichen definitiv drei Minuten. Jetzt nimm einen Kochlöffel mit kleinen Löchern und hole die Eier aus dem Bad.

Ich hatte Brötchen die Stefan aus Mandelmehl, Kokosmehl und einigen Eiern gebacken hatte. Das muss aber nicht sein. Wir kennen es von vor unserer Lchf/ Paleo-Zeit mit englischen Muffins. Die sind etwas flacher und werden in der Mitte geteilt für Eggs Benedikt.

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Jetzt die geteilten englischen Muffins auf dem Teller mit Bacon und pochiertem Ei stapeln. Reichlich Hollandaise drauf gießen und ein Dash Cayenne wer möchte.

Guten Appetit! 

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