Wenn Depression dich runterzieht – was machst du dann?

Ehrliche Frage. Ich brauche deine Vorschläge. Ich habe in letzter Zeit mehr mit Depressionen zu tun gehabt. Früher waren es meine eigenen. Heutzutage kann ich durchaus negative Phasen haben, aber nicht in der Intensität oder Tiefe die mich früher gekennzeichnet hat. Viele Menschen, die mich kennen, sagen ich bin munter und sehr motivierend. Ich bin ja die große Schwester und dazu auch Krankenschwester. Dann kommt das fröhliche Lächeln und einfühlsame umsonst mit dem Aufstehen oder? Naja, ich denke meine Liebsten kennen auch mein Furcht und meine Weltuntergangsstimmung.

Ich habe immer versucht meinem jüngsten Sohn, der hier in Deutschland geboren ist, zu erklären dass Melancholie zur nordischen und russischen Seele gehört. Bei der kanadischen weiss ich es nicht. Da war ich noch nicht und die Landsleute, die ich kenne schienen überhaupt nicht melancholisch veranlagt. Was ja nichts heißt. Weil es ein Privileg ist mit jemanden die Stunden am Tag zu teilen, wo man über nichts und alles kontempliert. Wo man das Licht verabschiedet und die Dunkelheit begrüßt. Auf schwedisch heißt es „kura skymmning“. ¹Übersetz wäre es „Dämmerung sitzen“. Wobei man bevorzugt vor dem Kamin oder offenem Feuer sitzt. Man braucht nichts anderes als eine Stunde, wo die Schatten wachsen und der Tag sich langsam verabschiedet. Ist es so ähnlich wie die blaue Stunden etwa?

 

Aber jetzt bin ich mich nicht mehr so sicher ob das Melancholie wirklich zu uns Schweden gehört wie unsere Tradition für alles zu danken :-). Tack, tack! (Hast du „Inga Lindström“ im Fernsehen Sonntagabends geguckt?) Seitdem es mir mit Lchf und ein mehr artgerechtes Leben so gut geht sind meine Stimmungsschwankungen fast weg. Kein Brüllen, wenn eins von den Kindern für das tausende Mal NICHT das gemacht hat, was vereinbart war. Kein hektisches Putzen, die in eine Rage zur Putzorgie ausgeartet hat, weil jetzt soll es ein für alle Mal endlich sauber werden! Ich habe mir schon Gedanken gemacht über einige Kommentare von meinem Liebsten wegen der Unvorhersehbarkeit, die meine Laune zeigte. Mein Mann rief mich an. Ich war glücklich und knurre wie eine süße Katze. Er kam nach Hause und erwartet zwar nichts, aber nicht eine kalte Schulter oder saure Monologe von mir, dass ich alles machen musste… Die Seiten von mir vermisse ich nicht und meine liebe Familie bestimmt nicht. (Was nicht heißt, dass ich mehr durchgehen lasse oder die Pflichten nicht geteilt werden. Umgekehrt ist der Fall.) Ich denke ich bin vielleicht ein Stück mehr Erwachsen worden.

Da ich jetzt Klienten mit Depressionen habe, gebe ich mein Bestes, damit die so schnell wie möglich zu Kräften kommen können. Ich denke zwar, dass Depressionen zu irgendwas gut sein können. Vielleicht das Leben durchdenken und sich für wichtige Sachen, nämlich die eigene Herzensangelegenheiten zu entscheiden. Das Leben ist zu kurz und kostbar um nur das zu machen, was für andere wichtig sind, oder was meinst du?

Wie du bestimmt verstanden hast durch einige von meinen Posts auf FB, habe ich Julia Ross Buch, „Was die Seele essen will“ und zig andere Maßnahmen benutzt. Wenn man auf die Hilfe von Medikamenten angewiesen ist, gehen einige von den Aminosäuren nur mit Absprache von dem behandelnden Arzt. Das ist sehr wichtig zu beachten!

Ruhe, Bewegung, Licht und Natur sind auch Aspekte, die dazu gehören. Zugehört werden und Werkzeuge finden, die einem stark macht und innere Ruhe bringt sind andere Punkte.

Jetzt brauche ich deine besten Tipps und Anregungen! „Hit me“ damit ich es zu diejenigen weiterleiten kann, die am Boden hocken und kaum Ausweg sehen.

Sonnige, liebe Grüße aus dem Kraichgau

Petra

 

  1. Der Link im Beitrag: http://kirchengeschichten.blogspot.de/2014/05/kura-skymning-dammerung-sitzen.html