Bestandsaufnahme-keine ganze Inventur

Hallo!

Aus meinen früheren Erfahrungen mit depressiven Phasen und sogar Depressionen kenne ich mittlerweile einige „Tricks“ die mir sozusagen einen beständiges Gerüst in meinem „Hausbau fürs Leben“ sind und zu meinem Schutznetz gehört.

Jeden Abend die Gewohnheit, die Ereignisse des vergangenen Tages (mindestens drei) vor meinen Augen Revue passieren zu lassen. Ich wähle gute Sachen die ich gemacht oder gesagt habe. Danach denke ich an drei Sachen für die ich dankbar bin und als letztes drei Sachen die ich mir wünsche oder mit denen ich Hilfe benötige.  Drei Fragen mit drei Beispielen als kleines Abend-Ritual. Einige meine Kollegen und die meisten meiner Klienten kennen sie schon, Die Dankbarkeits-Routine.

Manchmal mache ich auch eine kleine Bestandsaufnahme wo ich gerade bin und wo ich hin will. Wer in dem Einzelhandel arbeitet, kennt die jährliche Inventur. So drastisch und vollständig habe ich es dieses Mal nicht gestaltet. Ich mag analytisch zu sein und Geschehen, eigene festgefahrene „Wahrheiten“ und Stempeln „wie ich bin“- hin und her zu wenden im Sinne von, wie sind die zu mir gekommen, was hatten die für einen Sinn damals, was hindern die in meinem Leben jetzt, wofür sind die noch tröstlich, ablenkend oder freudenbringend. Das war schon immer mein Fall und die Jahre in der Therapie die ich gemacht habe waren nicht immer leicht, aber es war trotzdem schön. Genau wie ich Endorphine vom Training bekomme oder wenn ich durch ein Gericht das ich kreiert habe, ein High-Gefühl bekomme, stehe ich total auf analytisches Denken und Nachspüren wenn es um Gefühle, Gewohnheiten und selbstauferlegte Prophezeiungen geht. Früher landete ich oft im „Sumpf des Grübeln“, mit dem Gefühl- ich laufe im Kreis, – „wie komme ich aus diesem Schlamassel raus“. Heute habe ich ein anderes Körpergefühl und die Sicherheit – auch wenn es wirklich schlimm kommen kann -es wird alles wieder gut werden.

Heute hatte ich diese Art von „Fragen zum Erfolg“ benutzt um die Zukunft klarer zu betrachten in Hinsicht auf die Heilpraktiker-Prüfung im Herbst. Was möchte ich am liebsten in einem halben Jahr, einem Jahr und in fünf Jahren machen? Aber auch wie soll ich meinen Morgen-Ablauf für mich schöner gestalte.

Das war die kleine Anleitung. Hier sind jetzt einige Exempel wie man mit sich selber Coach „spielen“ kann ohne im Kreis zu laufen.

Was Du brauchst

  1. Papier und Stift
  2. Freie Zeit. Ich würde zwischen einer halben Stunde bis zu einer Stunde einplanen, abhängig von wie gut Du das schon kannst und wie groß die Frage ist. Eine kleine Bitte! Anfänger starten mit etwas das einem schon am Herzen liegt, aber nicht zu berührend oder schwierig ist. (Die ganz großen Fragen kann man mit gutem Gewissen auf einem Papier aufschreiben und einplanen dass man einmal in der Woche darauf guckt und sieht ob sich da was getan hat. Freitagnachmittag oder eine anderen festen Termin der frei ist, aber danach folgt eine andere Beschäftigung. Das verhindert ein zu langes Grübeln. Das Aufschreiben und durchgehen an einem festen Termin, macht dass die Fragen eine andere „Farbe“ im Unterbewusstsein bekommen. Die sind noch große Fragen die schwierig zu lösen sind, aber die geeigneten Antworten finden sich noch. So kann man ein schreckliches Problem neutralisieren, die einem frustrieren und mit einem Gefühl der Machtlosigkeit alleine stehen lässt.)
  3. Mit freie Zeit meine ich – Telefon abschalten und alle anderen Medien gleichzeitig auch. Du bist jetzt der Mittelpunkt in der Prozedere. Wenn dies ungewohnt sein sollte dann ist es um so wichtiger dass Du dir kurz Zeit nimmst.
  4. Hab Geduld mit Dir. Beende die Übung bevor es sich in die Länge zieht. Lieber kurz und knackig – wie eine halbe Stunde aufräumen, statt wie ein Frühjahrsputz der Tage dauert!

 

Hier sind einige Fragen die ich benutzt habe und womit ich Probleme, Möglichkeiten und „Gedanken-Schleifen“ oder wie meinem Sohn es nennen würde, wie“ Bugs“ in einem Computerspiel wo es hängt und man nicht weiter kommt, aufdecken, eingrenzen und Lösungsvorschläge finden könnte. Weil so kann man „das Spiel“, sprich Deine Art und Weise mit Deinem Leben umzugehen auch spielen. Als eine gegebene Set mit Figuren die du jetzt frei spielen darfst. Spielst du am liebsten Fast and Furious, Sim City, Minecraft oder Rollenspiele? Du darfst wählen. Was ist das Ziel? Am schnellsten fertig sein, am meisten Punkte oder wer die schönste Landschaft baust? Du entscheidest.

 

So fängst du an. Nimm eine von den Fragen die dich bewegt oder spontan einfällt im ersten, danach zweiten und weitere Bereiche bis Du am vierten und letzen Bereich bist.

Hier sind also entweder eine im Voraus gewählte Fragestellung wie, „Ich möchte meinem Morgen schöner gestalten“ oder eine in dem Moment auftauchende Fragestellung die, wahrscheinlich oft rumschwirrt im Kopf und noch nicht mit Lösungsvorschläge „versehen“ worden ist. Beide Vorgehensweisen sind gut und bringen etwas. Probiere beide und schau was Dir am besten passt!

Konkrete Fragestellungen bringen natürlich konkretere Lösungsvorschläge.

 

Bereich 1

  • Dein Fokusbereich ist _______.Welcher Sinn würde es deinem Leben geben?
  • Was meinst du mit ________(selbige Fragestellung durchgehend) genauer ausgedrückt?

Bereich 2 – Die Fragestellung aus unterschiedlichen Aspekten zu beobachten. 

  • Wie sieht es tatsächlich aus wenn es zu _______ kommt?
  • Was ist das eigentliche Problem?
  • Was hältst du von deiner jetzigen Situation wenn es zu _____ kommt?

 

 

Wenn man die Fragestellung oder wie man es auch nennen kann, Problem, sehr nuanciert aufschreibt und von allen Aspekten dreht und wendet, verliert es oft an erschreckende Größe. Dieser Schritt ist wichtig um später weiter zu gehen. Wer hier Probleme hat kann versuchen sich das Problem als beste Freund/ Freundin zu beschreiben, sprich von außerhalb aber mit Herz.  Die Ernsthaftigkeit der Frage nimmt nicht das es später einfache und leicht umsetzbare Lösungsvorschlägen gibt. Ein/einer beste Freund/ Freundin nimmt die Frage ernst aber weiß auch dass es sozusagen kein Beinbruch ist.

Bereich 3

  • Wie kannst Du mehr ______ in Deinem Leben bekommen? Schreibe drei große und drei kleine Möglichkeiten auf.

 

Bereich 4

Jetzt kommen Fragen um in Gang zu kommen. Diese ist die abschließende Runde. Nimm eine von den drei Fragestellungen.

  • Wann willst Du mehr ______ in Deinem Leben bekommen? Was kannst Du den nächsten Tagen machen um voran zu kommen? (Ich wertschätze mich selber.)
  • Wer oder welche können dich stützen und helfen auf dem Weg zum Ziel? Wann möchtest du Deine Reise beginnen? (Ich umgebe mich mit Menschen die ich mag und die mich mögen.)
  • Was möchtest Du mit dem Gedanken und Gefühle die du bis jetzt bekommen hast wenn es um ______ geht, mache? Wann kannst Du das machen? (Ich bin strategisch und smart.)

Außer Listen schreiben und abhaken, was ich gemacht habe oder was sich von selbst erledigt hat, finde ich diese Herangehensweise sehr nützlich wenn ich mich mit einer, in meinem Leben frustrierende Routine herumschlage.

Ich bedanke mich bei den Erfindern von der Dankbarkeits-Routine und die coachende Art sich und anderen Fragen zu stellen die mich an manchen Tage, dir Ruhe und Kraft wiedergeben. Ein besonderes Dankeschön an Louise Edlund und Pernilla Stoor.

Ein Dankeschön auch an meinen Schöpfer der mich jeden Tag liebt- ich liebe dich! Ohne dich wäre nur dunkel und Chaos.

Vielen Dank auch an meine Familie für die Geborgenheit, die Lachattacken und die Stunden von Nähe die wir mit einander verbringen. Ohne euch bin ich ein Blatt auf dem Weg in den Abfluss. Auch vielen Dank für alle Schwierigkeiten die wir mit einander bewältigt haben. Ohne euch wäre ich vielleicht ein armseliger Mensch voller Hochmut. Wahrscheinlich hätte ich alle Bücher gelesen die ich jetzt nicht geschafft habe und das Haus wäre sauber. Aber wozu 😉

Bild 3dman-eu

geralt

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