Wibke Mays Weg zu Lchf

Heute darf ich jemanden ganz besonderes vorstellen. Und zwar jemanden den ich sehr schätze obwohl wir uns nie in echtem Leben geschnuppert haben 😉 . Sie ist nicht nur eine Kollegin sondern teilt mit mir einige Erfahrungen rundum Lchf und Ernährung. Ich finde Sätze wie, „Ich bin leider nicht ganz so diszipliniert, wie manch ein anderer… aber ich arbeite weiterhin dran! Hilfreich ist auch, dass ich merke, es geht mir einfach besser ohne Kohlenhydrate und dies wird mir auch zurückgespiegelt.“ – sprechen Bände. Mir kommt es vor als sprichst du über mich in der Passagen.  Wir sind nicht Menschen die „diszipliniert“ gerne hungern..Wir essen um zu leben, nicht leben um zu essen.

Liebe Wibke, ich freue mich dass Du uns an Deine Geschichte teilhaben lässt und wünsche Dir alles Gute in all deinen Vorhaben. Und hier nochmals den Link zu Wibke.

www.lchf-bielefeld.de

Mein Weg zur Gesundheit geht durch die Küche!

… und immer weniger in die Apotheke

Wie bist Du denn zu LCHF gekommen? Diese Anfrage von Petra hat mich im ersten Moment ein wenig überrascht. Aber warum eigentlich nicht?

Mein Weg zu LCHF war nicht einfach eine Entscheidung, sondern eher ein kurviger Weg mit etlichen Umwegen und Sackgassen. Bereits in der Grundschule, war ich eher „Bewegungslegastheniker“. Die Rolle vorwärts klappte so gerade und auch beim Völkerball wurde ich immer als erstes abgeworfen und traf sowieso nie jemand anderen. Bei Fußball trat ich auf den Ball oder machte die Eigentore. Ich war halt eher musisch interessiert…

Das änderte sich langsam als ich zu Beginn der Pubertät mit dem Volleyballspielen anfing. Auf einmal fing Bewegung an Spaß zu machen. Mein Ballgefühl wuchs. Irgendwann spielte sogar die Motorik mit. Gleichzeitig änderten sich aber meine Proportionen. Mit der Pubertät wurde aus dem bis dahin schlanken Mädchen ein eher pummeliger Teenager, der meist auch noch zu groß für die ganze Klasse war. Nichtsdestotrotz, ohne 3x Training in der Woche wäre ich wahrscheinlich damals schon aufgegangen, wie ein Hefekloß. Bei uns zu Hause wurde zwar „gesunde Vollwertkost“ gegessen, aber gerade die bestand aus vielen Kohlenhydraten.
Inzwischen weiß ich: Das tat mir nicht gut.

Im Laufe des Studiums nahmen dann andere Interessen einen Hauptschwerpunkt ein. Bewegung war zwar wichtig, aber nicht mehr so regelmäßig. Erst als ich begann erlebnispädagogisch zu arbeiten, kamen neue Bewegungsalternativen dazu. Klettern und Wandern macht einfach Spaß, auch wenn mein „Kraft-Masse Verhältnis“ nie ideal war.
Mit dem ersten Job wurde es noch schweeiniger Bewegung in den Alltag zu integrieren. Streß und befristete, ständig wechselnde Arbeitsverhältnisse sorgten für einen nicht ganz optimalen Lebenswandel mit Frust.
Meine Kompensationsstrategie: Essen! Dies führte zum Steigen des Gewichtes auf der Waage.
Gleichzeitig kann ich im Nachhinein feststellen: Meine Arbeitsstellen entsprachen im Grunde nicht meinem Lebensziel . So rutschte ich beruflich in einen Bereich, den zwar ich ausfüllen konnte und wo ich einen guten Job machte, der mich aber mehr stresst als dass er mir gut tat. Aber irgendwie musste ich ja meinen Lebensunterhalt sichern.
Die Kohlenhydrate waren mein bester Freund. Ging es mir schlecht kochte ich mir einen Topf voll Nudeln mit Ketchup und Butter.
Okay, ich war mit mir und meinem Gewicht nicht zufrieden, aber ich machte mir vor, ich würde das Ganze mit ein wenig mehr Selbstdisziplin beim Essen und Sport wieder ganz einfach in den Griff bekommen. So versuchte ich dann natürlich auch das allseits bekannte Punkte zählen, was kurzfristigen Erfolg brachte und noch andere Konzepte und vielversprechende Abnehmprogramme. Der Jojo-Effekt ließ nie lange auf sich warten.
Mir kam nicht in den Sinn, dass ich mir auf ganzer Linie nicht guttat – sowohl meinem Körper als auch meiner Seele.

Der erste Wink mit dem Zaunpfahl ließ dann nicht auf sich warten:
Stress im Job, eine gefühlte Mobbingsituation, beruflich unerreichbare Ziele und großer Leistungsdruck, die generelle Unzufriedenheit – unangenehme Situationen häuften sich in meinem Leben. Im Endeffekt wurde ich von jetzt auf gleich krank. Ich konnte nur noch weinen und war nicht mehr in der Lage meinen Alltag zu strukturieren. Zusätzlich  wurde ich von Panikattaken heimgesucht und nahm das Leben um mich herum wie durch einen zähen Nebel wahr. „Burnout“ .

 

Mein Gewicht stieg weiter und ich versuchte mich zu berappeln. Der Versuch einer Ernährungsberatung nach DGE (Deutscher Gesellschaft für Ernährung) mit bravem Kaloriensparen und viel Bewegung in der Reha! Die Bewegung brachte etwas, das Gewicht sank leicht, um mit nachlassender Bewegung sofort wieder anzusteigen! Aber anscheinend funktionierte es ja alles weiter wie vorher: Ich bräuchte nur ein wenig Bewegung und dann würde ich alles in den Griff bekommen. Mehr regelmäßiger Sport, weniger Arbeiten und alles wäre okay – dachte ich bei mir.

Ich arbeitete mich langsam wieder aus meinem Tief. Leider ist damals noch niemand auf die Idee gekommen, meinen Vitamin D Spiegel zu bestimmen. Ich bin mir inzwischen sicher, dass ich mir mit der rechtzeitigen Anpassung einige Mühen und Kraft hätte sparen können, aber dazu später mehr.

Die geplante Wiedereingliederung und Rückkehr in meinen alten Job verschob sich denn jedoch nochmals. Es funktionierte wie in dem Sprichwort:
– Sagt die Seele zum Körper: „Geh du mal vor, auf mich hört sie ja nicht!“ –
So machte mein Körper andere Pläne und da ich anscheinend nicht lernfähig war. Der Zaunpfahll wurde dicker!

Seit Jahren beobachtete meine Augenärztin einen Fleck auf meiner Aderhaut im Augenhintergrund – so etwas wie ein Pigmentfleck auf der Haut. Okay, dachte ich bei mir, regelmäßige Kontrolle ist dann zwar notwendig, aber ich habe so viele gutartige Pigmentflecken, da passiert shon nichts. Davon, war ich überzeugt.
Dann ging es schnell: Meine Augenärztin schickte mich zur Mitbegutachtung in die Uni-Klinik Essen, die machten eine Biopsie, zwei Wochen später der Anruf: „Aderhautmelanom“ – bösartig, das muss bestrahlt werden. Eine Operation gibt es nicht bzw. wenn, müsste das Auge raus. KREBS!!! – Im Auge ???

Bei mir machte sich Panik breit und meine Depression verstärkte sich erneut. Laut dem, was ich erfuhr und was mir auch von den Ärzten bestätigt wurde, bestand bei mir eine Prognose, die alles zwischen 6 Monaten und 66 Jahren bedeuten konnte, wobei ich ja als Hochrisikopatientin eher im geringeren Bereich sei (80% der Hochrisikopatienten bilden in den ersten 5 Jahren Metastasen). Dies flankiert von der durchaus begründeten Aussage meines Strahlentherapeuten: „Lassen Sie diese ganze Nachsorge ruhig weg! Das macht Sie nur verrückt! Wenn Metastasen entdeckt werden, können wir sowieso nichts für Sie tun. Sie haben dann noch 6-12 Monate und dann war’s das!“

Die Panik nahm zu, meine Depressionen wurden schlimmer und ich lief, wie fremdgesteuert durch die schulmedizinische Behandlungsmaschinerie. Der Tumor wurde bestrahlt und ich wurde „palliativmedizinisch“ behandelt. Die Alternative wäre die Entfernung des Auges gewesen.

Ich fing an mich über ergänzende Möglichkeiten zu informieren und probierte neben psychologischen Methoden auch vegetarische und veganen Ernährung aus. Mit der weiteren Recherche stieß ich auf die Öl -Eiweiß-Kost nach Dr. Johanna Budwig. Die „ketogene Ernährung bei Krebs“ war dann die nächste Stufe, die mir von einer Ärztin in der onkologischen Reha nahegelgt wurde.
Diese Ernährung begleitet mich nun seit 4 Jahren mehr oder weniger strikt. Gleichzeitig inhaliere ich seitdem fast jedes Buch und jeden Artikel zu diesem Thema. Für mich lag zunächst eindeutig der Focus auf dem „Gesund werden“. Das Abnehmen war eher ein netter Nebeneffekt (und 15kg sind ja auch ganz gut). Seitdem wächst meine Bewusstheit zu dem was ich esse. Ich überlege sehr genau welche Bausteine ich meinem Körper durch die Nahrung zur Regeneration zur Verfügung stellen will.

Ich bin leider nicht ganz so diszipliniert, wie manch ein anderer… aber ich arbeite weiterhin dran! Hilfreich ist auch, dass ich merke, es geht mir einfach besser ohne Kohlenhydrate und dies wird mir auch zurückgespiegelt. Zum einen von meinem Körper: Mit zu vielen Kohlenhydraten schlägt die Waage aus, ich bekomme Pickel, Blähungen etc. und ganz wichtig, die Psyche fängt an zu zicken. Wenn die Lebensgefährtin sagt: „Nun hör endlich wieder mit den Kohlenhydraten auf, du bist ja total schlecht drauf!“ dann hat das schon Hand und Fuß.

Menschen, die mich lange nicht gesehen haben, sagen ich sähe besser aus als je zuvor und das bestätigt mich zusätzlich! Gleichzeitig merke ich, dass ich zufriedener durch das Leben gehe.  Inzwischen fühle ich mich gesünder denn je und bin seit 5 Jahren krebsfrei.
Daher habe ich nun den restlichen Kilos den Kampf angesagt. 10- 15 kg dürfen es noch werden. Im Gegensatz zu früher, weiß ich aber jetzt, wie ich das mit relativ wenig Problemen schaffen kann.
Da viele Wissen, was ich mir im Zuge meiner Genesung angeeignet habe, habe ich mit einer Ausbildung zum ganzheitlichen Gesundheits- und Ernährungscoach Low Carb-LCHF-Paleo gekrönt und ich fange nun an mein Wissen an Interessierte weiterzugeben.

Meine Homepage zum Ernährungscoaching ist noch im Entstehen. Sie wird perspektivisch sowohl meine Angebote, als auch etliche Grundlagenthemen,  sowie Rezepte beinhalten.

Wer trotzdem schon mal reinschauen will:

www.lchf-bielefeld.de