Gastbeitrag, Wie du Lipödeme in dem Griff bekommst-

Hallo liebe LeserInnen! Ich möchte euch Karens letzten Artikel nicht vorenthalten. Der ist wie immer sehr gut und beleuchtet Interessantes auch für Menschen die nicht von Lipödemen betroffen sind.

Die Möglichkeit dass du jemanden kennst oder an Lipödemen selber leidest ist groß. Von der schulmedizinische Seite her kennt man dann meistens die Vorschläge. Hier wollen wir andere Möglichkeiten besprechen.

Erkundige dich und probiere es aus 🙂 Es ist leckeres Essen und auf Dauer könnte es dich gesund machen ;-). Viel Spaß beim Lesen. Und hier der Link zum Original-Artikel, https://www.living-keto.de/wie-du-lipoedeme-in-den-griff-bekommst/

Es ist eines der am häufigsten auftretenden Frauenleiden: Das Lipödem.

In diesem Artikel möchte ich verschiedenste Informationen zusammentragen und für mich persönlich die Frage beantworten, ob ich mit meiner ketogenen Ernährung jemals diese Lipödeme loswerden kann. Überall liest man nur: Mit Lipödemen kann man nicht abnehmen, und wenn doch, dann hat man einfach kein Lipödem. Und als einziger Ausweg wird eine Operation, die Liposuktion empfohlen, die man meist komplett selbst bezahlen muss.

Ich fand das immer zu kurz gedacht und möchte mich einfach nicht damit abfinden. Und eine Operation, die für beide Beine gerne mal 10.000 Euro oder mehr kostet, habe ich nun definitiv auch kein Geld.

Der Mensch erkrankt nicht, weil dem Körper Medikamente fehlen, sondern weil biochemische Störungen im Körper ablaufen, die nicht erkannt und nicht korrigiert werden.

Dr. B. Kuklinski (Facharzt für Umwelt- und Nährstoffmedizin)

In diesem Artikel möchte ich mir erst einmal anschauen, was Ödeme im Allgemeinen und Lipödeme im Speziellen überhaupt sind, wie sie entstehen und welche Ursachen sie haben. Anschließend gehe ich der Frage nach, was Lipödeme mit Entzündungen und anderen Erkrankungen zu tun haben, und wo vielleicht die Wurzel allen Übels ist.

„Warum helfen eigentlich keine herkömmlichen Diäten?“ – das ist meine Frage im dritten Teil des Artikels, in dem ich auch schaue, was unsere Ernährung eigentlich mit unserem Stoffwechsel macht.

Und zum Schluss steht dann natürlich die Frage, wie man sich denn bei Lipödemen richtig ernährt und welche zusätzliche Unterstützung man dem Körper im Regenerationsprozess noch zukommen lassen kann. Kann man vielleicht sogar schrittweise das Lipödem und Begleiterscheinungen wieder heilen?

Zu Beginn noch ein Wort

Da ich keine Biologin, Medizinerin oder sonst irgendeine Wissenschaftlerin bin, kann ich mich nur auf Erkenntnisse stützen, die ich in Büchern oder im Internet gefunden habe und daraus meine Schlussfolgerungen ziehen. Diese können natürlich auch völlig falsch sein, das ist mir klar. Daher bitte ich, dies beim Lesen des Artikels zu berücksichtigen.

Teil 1: Was sind eigentlich Ödeme?

Grundsätzlich sind Ödeme Wasseransammlungen im Gewebe zwischen einzelnen Zellen. Sichtbar werden sie durch Schwellungen. In einem funktionierenden Körper wird diese Flüssigkeit zwischen Haut, Unterhaut, Bindegewebe und Muskulatur über das Lymph- und Venengefäßsystem in den Körperkreislauf abtransportiert. [1]

Bei Vorhandensein eines Ödems ist diese Funktionalität gestört.

Dabei gibt es aber unterschiedliche Ödeme mit unterschiedlichem Eiweißgehalt, wie ich bei Dr. Weiss (FA für Allgemeinmedizin) zum ersten Mal gelesen habe.

Eiweißarme Ödeme

Nach Dr. Weiss ist bei eiweißarmen Ödemen die Kapillarmembran der Blutgefäße intakt. Das bedeutet: sie sind nicht durchlässig und nur wenig Eiweiß verlässt die Blutbahn. Diese eiweißarmen Ödeme sind tief eindrückbar und hinterlassen Dellen, sie sind also gut von anderen unterscheidbar.

Sie sind häufig durch Störungen des Herzens, der Niere oder Leber bedingt und sind gut durch wassertreibende Medikamente (Diuretika) behandelbar. [2]

Zur Erläuterung: Blutkapillaren sind feinste Verästelungen der Arterien (vom Herz) und Venen (zum Herz), sie verbinden arterielles und venöses Gefäßsystem.

Eiweißreiche Ödeme

Logischerweise sind dann bei eiweißreichen Ödemen die Kapillaren „undicht“. Das bedeutet: Flüssigkeit, Eiweiß, Elektrolyte und Blutzellen verlassen die Gefäße und reichern sich im Bindegewebe an – da wo sie nicht hingehören. Das Lymph- und Venengefäßsystem kann das alles nicht mehr in den Körperkreislauf abtransportieren.

Die Folge sind Entzündung und Verhärtungen des Gewebes. Das ausgetretene Eiweiß bindet zusätzlich Flüssigkeit im Gewebe, es beginnt zu schmerzen. Diese Art der Ödeme ist dementsprechend prall-elastisch bis hart und bildet keine Dellen auf Daumendruck.

Das Schlimme dabei ist: Oftmals behandelt man diese Ödeme mit Diuretika und macht damit alles nur schlimmer. „Zwar führen diese zu einem kurzfristigen Wasserverlust, das im Bindegewebe verbleibende Eiweiß „zieht“ jedoch erneut das Wasser an sich. So verschwinden die Ödeme höchstens kurzfristig. Im Gegenteil versucht der Körper über einen Ausgleichsversuch, Wasser zurückzuhalten, was die Ödeme langfristig eher verschlechtert.“, so Dr. Weiss. [2]

Lipödeme

Das Lipödem ist auch bekannt als Reiterhosensyndrom. Es ist ein eiweißreiches Ödem.

Aus den typischen seitlichen Fett- und Wassereinlagerungen zwischen Po und Oberschenkeln können sich ohne Behandlung mit Dellen übersäte Fettlappen entwickeln. Diese sind stark druckempfindlich, sehr schmerzhaft und begünstigen die Bildung von Blutergüssen (Hämatomen). [3]

Hungerkuren oder Extremsport helfen bei Lipödemen nicht, beides würde das Lipödem nur beschleunigen.

Dr. Gahlen (FA für Allgemeinmedizin) vermutet, es handele sich „um eine Störung auf Ebene der Energiebildung jeder einzelnen Körperzelle. Die Störung läuft in den Mitochondrien ab, den Energiekraftwerken jeder Zelle“. [4]

Dr. Weiss dagegen meint: „Entscheidend für Ausbildung eines Lipödems sind Veränderungen in der Mikrozirkulation, also der Durchblutung in den kleinsten Blutgefäßen, vor allem der Kapillaren. Diese sind für Wasser komplett durchlässig, halten jedoch Zellen und Eiweiß zurück.“ [5]

Vielleicht ist es ja eine Kombination von beidem?

Interessant liest sich auch diese Information bei Dr. Weiss:

In der Flüssigkeit, die aus der Kapillare strömt, befindet sich auch Fett, meist in Form von Triglyceriden. Sie versorgen die Zellen mit wertvoller Energie. Je mehr Eiweiß und damit Wasser im Gewebe, desto mehr Fett wird in der Unterhaut eingelagert und dann nur sehr schwer wieder abgebaut. Der Weg in die Unterhaut-Fettdepots wird zur Einbahnstraße. Rein geht es leicht, raus nur äußerst schwer.

Die Folge: In der Unterhaut sammelt sich eine brisante Eiweiß-Wasser-Fett-Mischung. Je dicker sie wird, desto schlechter werden Lymphtransport und Fettabbau. Und je schlechter diese Substanzen abgebaut werden, desto mehr davon sammelt sich an – ein Teufelskreis!

Quelle: http://www.weiss.de/krankheiten/lymph-lipoedem/lipoedem/ursachen/

Denn das heißt doch: Das Fett ist nicht mehr nur in den Zellen, sondern auch im Gewebe dazwischen! Da, wo es ja nun gar nicht hingehört.

Funktioniert nun das Venen- und Lymphsystem, das ja für den Abtransport von allem zwischen den Zellen verantwortlich ist, nicht mehr oder nicht mehr richtig, ist die Folge das Lipödem.

Venenprobleme begünstigen Ödeme

Liest man weiter bei Dr. Weiss, so scheint das dann eine Kette ohne Ende zu sein. Die Beine nehmen an Umfang zu, die Haut wird dehnbarer und der Lymphfluss noch schlechter. Denn: Die Voraussetzung für ein funktionierendes Venenklappensystem ist der elastische Druck straffer Haut auf Venen (führen „verbrauchtes“ Blut zum Herz zurück) und Muskulatur. Fehlt diese Voraussetzung, pumpen die Venen Flüssigkeit in das Unterhautfettgewebe. Das Ödem reichert sich in den Beinen an und überfordert das Lymphgefäßsystem noch zusätzlich. [5]

Gestörter veno-arterieller-Reflex

Und es geht noch weiter, selbst die Arterien (transportieren „frisches“ Blut vom Herz) tragen zum Ödem bei.

Bei Gesunden gibt es einen wichtigen Schutzreflex, der Ödeme begrenzt. Nimmt der Druck in einer Vene zu, dann geben diese einen „Befehl“ an die Arterie, von der sie versorgt werden. Diese zieht sich dann zusammen und der Blutfluss vermindert sich. Dadurch lässt auch der Druck in der Vene nach.

Beim Lipödem ist dieser „veno-arterielle Reflex“defekt. Obwohl die Venen übervoll sind, stellen die Arterien die Blutzufuhr nicht ab. Die Venen laufen quasi über, und dennoch lässt die Arterie immer noch Blut ins Überschwemmungsgebiet. So kommt es auch durch diesen Mechanismus zur Ödemzunahme. [5]

Neurogene Entzündung

Das Lipödem ist eine ausgesprochen schmerzhafte Erkrankung! Merkwürdigerweise führen ausgerechnet die Schmerzen selbst zur Verstärkung des Ödems. Das Phänomen wird als „neurogene Entzündung“ (= nervenvermittelte Entzündung) bezeichnet und ist in der Schmerzforschung gut bekannt. Gemeint ist damit, dass dauerhafte Übererregung von Nerven zu einer Entzündung im Schmerzgebiet führt. Dadurch werden – wie bei jeder Entzündung – Kapillaren durchlässiger, und so kommt es zu weiterer Schwellung und damit weiteren Schmerzen! [5]

Zusammengefasst: Defekte Kapillaren, gestörte Energiebildung, geschädigtes Lymphsystem, in der Folge dann Venenprobleme, Entzündungen und so weiter. Eine Kette ohne Ende.

Teil 2: Was ist nun die Ursache des Ganzen Übels?

Dr. Gahlen vermutet ja, dass allen Symptomen Energiemangel in jeder Körperzelle zugrunde liegt. [4]

Doch wie kann das sein, wie kommt es denn zu Energiemangel? Schließlich isst man doch jeden Tag genug? Ich hatte bisher nie verstanden, wie das mit den Stoffwechselprozessen eigentlich funktioniert.

Mitochondrien und unser Stoffwechsel

Wir kennen inzwischen alle Mitochondrien, die „Kraftwerke der Zelle“. Sie sind in Millionen im ganzen Körper verteilt und in ihnen finden sämtliche Stoffwechselvorgänge statt. „In einer einzigen Sekunde finden in jeder einzelnen Zelle rund 100.000 Stoffwechselvorgänge statt“, so Nadja Polzin in ihrem Beitrag „Mitochondrien – Wo unsere Energie entsteht„. [7]

Kurz gesagt, ist es die Hauptaufgabe der Mitochondrien, aus der Nahrung Energie zu produzieren. Dazu sind aber ganz unterschiedliche Nährstoffe notwendig, Vitamine, Fettsäuren, Aminosäuren, Spurenelemente, Mineralien und Enzyme, in einer ganz bestimmten Anzahl und Zusammensetzung. [7]

Viele interessante Aspekte in Bezug auf unseren Stoffwechsel fand ich in dem Buch Krebszellen lieben Zucker – Patienten brauchen Fett*. Dort geht es zwar um Krebs und den Stoffwechsel, aber die Fettzellen beim Lipödem sind ja auch nichts anderes als kranke Zellen. Warum sollten sich da also keine Zusammenhänge finden lassen?

Die Autoren beschreiben sehr anschaulich, dass ja in jeder Zelle zu jedem Zeitpunkt Reparatur- und Erneuerungsarbeiten anfallen. Es sterben alte Zellen ab und werden durch neue ersetzt. Das ist die Basis für die Erhaltung von Struktur und Funktion des gesamten Körpers. Und für diese Reparaturarbeiten werden ähnlich wie beim Hausbau Baumaterialien benötigt. Den Großteil der Baumaterialien kann der Körper selbst herstellen, nicht jedoch sogenannte essentielle Nährstoffe, wie z.B. essentielle Aminosäuren und essentielle Fettsäuren. Diese müssen zwingend über die Nahrung aufgenommen werden. Fehlt z.B. durch eine fettarme Ernährung und durch Verzehr schlechter Fette die Versorgung mit den essentiellen Fettsäuren, kommt es zu einer Mangelernährung. [13]

Bekommt die Zelle nicht die richtige Zusammensetzung, muss sie sich schützen. Und das tut sie, indem sie die Energiegewinnung in den Mitochondrien drosselt und auf ein Minimum reduziert.

Isst man zusätzlich noch (zu viele) Kohlenhydrate, steigt der Blutzuckerspiegel. Ein hoher Blutzucker führt zu einer vermehrten Insulinausschüttung, das Insulin wird an die Zelle gebunden. Die Energieproduktion in den Mitochondrien wird dadurch gehemmt und die Glykolyse, die Energiegewinnung im Zellplasma verstärkt. Das wiederum ist nicht so effizient und führt vor allem auch zu epigenetischen Veränderungen [7][13].

Gleiches macht der Körper im Übrigen bei Entzündungen, bzw. führt diese Veränderung der Energiegewinnung zu zusätzlichen Entzündungen.

Gibt es einen Zusammenhang mit Krebszellen?

Krebszellen – und so vermutlich auch krankhafte Lipzellen – profitieren noch auf andere Weise von der Drosselung der Mitochondrien. Denn in jede Zelle ist ein „Selbstmordprogramm“ eingebaut, das den Organismus davor schützt, dass geschwächte oder kranke Zellen überleben können. Für diesen programmierten Zelltod sind allerdings aktive und funktionsfähige Mitochondrien notwendig.

„Im Falle einer Krebserkrankung passiert genau das: Die fehlerhaften, kranken, unkontrolliert wachsenden Krebszellen überleben auch deshalb, weil ihre Mitochondrien vorwiegend abgeschaltet worden sind und das Selbstmordprogramm nicht aufgeführt werden kann.“ [13], S.80

Und genau das vermute ich auch für die krankhaften Lipzellen.

Mit einer gesteigerten Glykolyse „bildet sich so viel von dem Endprodukt Pyruvat im Zellinnern, dass es selbst mit aktiven Mitochondrien gar nicht komplett abgearbeitet werden könnte.“ [13], S.79

Was passiert mit dem vielen Pyruvat? Es bleibt vorerst im Zellplasma, wird sich aber nach und nach so stark anhäufen, dass es die Glykolyse verstopft. Als letzten Ausweg kann eine Zelle das Pyruvat zu Milchsäure vergären. Und die wiederum hilft kranken Zellen, sich weiter auszubreiten. [13], S.79

Als Ergebnis wird man müde, die Leistungsfähigkeit sinkt, das Immunsystem macht schlapp, entzündliche Reaktionen können nicht mehr wirksam bekämpft werden. Auch Körperfett und Wassereinlagerungen (Ödeme) werden nicht mehr vollständig abgebaut, sondern zwischengelagert. Da die Zellleistung aber kontinuierlich abnimmt, kommt es nicht mehr zu einem Abbau dieser ständig wachsenden Depots.

Die entstandene Milchsäure wird von der Zelle nach außen geschafft, in den sogenannten extrazellulären Raum. Sie „zerstört dort einerseits die Gerüststruktur aus Proteinen, die alle Zellen umgibt und in die sie eingebettet sind“ und ermöglicht den kranken Zellen erst die Ausbreitung. Andererseits treibt die Milchsäure gesunde Zellen in den Selbstmord. [13], S.82ff.

Für mich erklärt das die Ausbreitung des Lipödems, es ist schon ein bisschen wie Krebs. Und: vermutlich ist das Lipödem wegen diesen Vorgängen auch ein eiweißreiches Ödem? Dazu habe ich leider keine Infos gefunden, es erscheint mir aber ziemlich logisch.

Auch erklärt sich für mich dadurch, warum Kraftsport bei Lipödemen kontraproduktiv ist: Beim Kraftsport und der Überanstrengung der Muskeln entsteht Milchsäure. Die dann ggf. ebenfalls im extrazellulären Raum abgelagert wird. Das erscheint mir eine sinnvolle Erklärung dafür, dass ich oftmals nach einer Sporteinheit geschwollene Knöchel oder Beine hatte – obwohl es doch hätte besser werden müssen durch mehr Bewegung und Muskelaufbau.

Lipödem und der Darm

Über undichte Kapillaren habe ich bereits geschrieben. Da gibt es aber noch etwas: den undichten Darm, auch als „Leaky Gut“ bekannt. Dabei kommt es zu einer vermehrten Durchlässigkeit der Darmwand und damit gelangen unerwünschte Stoffe wie unzureichend abgebaute Nahrungsbestandteile, Schadstoffe und Krankheitserreger in die Blutbahn. „Die Folge sind zunächst lokale Entzündungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und eine verstärkte Immunreaktion. Später kommt es auch zu entzündlichen Veränderungen an anderen Geweben und Organen“, so Biologin Julia Tulipan. [8]

Lipödem und die Nebennieren

Ich habe von Nebennieren bisher nicht mal etwas gehört, geschweige denn wäre ich auf die Idee gekommen, sie könnten etwas mit Lipödemen zu tun haben. Da es sich aber scheinbar bei den Lipödemen um das „Endprodukt“ einen völlig zerstörten und versagenden Stoffwechsels zu handeln scheint, ist erstmal nichts wirklich ausgeschlossen.

Ernährungsberaterin Petra Mikaelsson schreibt in ihrem Blog: „Wer schon mal länger als drei Monate unerklärlich übermüdet war und auch erste Zeichen von Hashimoto oder Schilddrüsenunterfunktion hat, dem rate ich sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Weil die Schulmedizin lange Zeit nur Addison, also Nebenniereninsuffizienz und das Pendant der Überfunktion Cushings-Syndrom kannte, hat es lange gedauert bis die funktionelle Störung NNS (Nebennierenschwäche) diagnostiziert und behandelt wurde.“ [9]

Die Nebennierenschwäche tritt auf, wenn das Aufkommen von Stress die Kapazitäten des Körpers übersteigt, den Stress auszugleichen und sich zu erholen.

Und ich sag mal so: Energiemangel in den Zellen, Wasser- und Fettansammlungen, ein zusammenbrechendes Lymphsystem, Entzündungen, ein durchlässiger Darm …

Wie viel Stress kann der Körper eigentlich verkraften?

Es würde mich nicht wundern, wenn beim Vorhandensein von Lipödemen auch eine Nebennierenschwäche vorhanden oder im Entstehen wäre. Und: Viele Menschen, die an einer Nebennierenschwäche leiden, haben auch Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion. (siehe funktionelle Hypothyreose)

Weitere Infos zu Hashimoto z.B. hier: Was ist eigentlich Hashimoto Thyreoditis?

Teil 3: Lipödem und Ernährung

Warum helfen keine herkömmlichen Diäten?

Es ist eigentlich ganz einfach: Das Ödem und die veränderten Stoffwechselprozesse verhindern die Mobilisierung des Fetts. Lt. Dr. Weiss spielen daneben „Störungen der Durchblutung, hormonelle Faktoren und Störungen des Lymphabflusses ebenso eine Rolle.“ [10]

Herkömmliche Diäten sind immer mit einer Mangelernährung verbunden. Viel zu wenig Kalorien, zu wenig Mikro- und Vitalstoffe. Und da sind wir wieder beim Energiemangel in der Zelle. Was macht der Körper? Gesunde Zellen werden krank, noch mehr Entzündungen entstehen.

Kann sich der Körper bei Lipödemen regenerieren?

Jede Frau mit Lipödem weiß, dass dieses Fett nur schwer mobilisierbar ist.

Aber: Es ist nicht unmöglich.

Es gilt für eine Regeneration des Körpers, alle bisher aufgeführten Missstände im Körper zu beseitigen:

  1. Durchlässige Kapillaren müssen wieder „abgedichtet“ werden.
  2. Der Körper braucht wieder ein funktionierendes Venen- und Lymphsystem, um mit den „Aufräumarbeiten“ in den Lipödemen beginnen zu können.
  3. Entzündungen müssen beseitigt und neue verhindert werden.
  4. Der Energiemangel in den Mitochondrien ist zu beseitigen, um den gesamten Stoffwechsel wieder in Gang zu bringen und zu optimieren.
  5. Ein durchlässiger Darm und geschädigte Darmschleimhaut ist wieder aufzubauen.
  6. Geschwächte Nebennieren sind zu kurieren.
  7. Mitochondrien sind neu aufzubauen und ihre Funktionalität wieder herzustellen bzw. zu verbessern

Das ehrgeizige Ziel: Einen für den Körper idealen Zustand hinzubekommen.

Und das, wie bereits geschrieben, mit Vitaminen, Fettsäuren, Aminosäuren, Spurenelementen, Mineralien und Enzymen, in einer ganz bestimmten Anzahl und Zusammensetzung.

Unterstützende Maßnahmen für das Lymphsystem

Nach dem Schreiben dieses Artikels denke ich noch mehr, dass er eine echte Hilfe ist, der Steinklee (siehe auch mein Artikel „Natürliche Hilfe bei Lipödemen?„).

Denn wir haben ja gelernt, dass das Lymphsystem den Abtransport der Flüssigkeiten, des Eiweißes usw. nicht mehr schafft. Und dass man das Lipödem nicht bekämpfen kann, solange das Lymphsystem nicht wieder funktioniert.

Da kommt Steinklee gerade recht.

Steinkleekraut wird hauptsächlich als Venenmittel verwendet. Es wirkt ödemprotektiv auf die Gefäße und das umgebende Gewebe. Der Hauptinhaltsstoff Cumarin verbessert die Kapillarresistenz und senkt die Kapillarpermeabilität. Durch Stimulierung der Makrophagen wird die Proteolyse von bereits in das Gewebe gelangten Eiweißmolekülen gefördert. Da die Eiweiße vermehrt Wasser binden, führt dies zum Abbau der Ödeme. Steinklee fördert sowohl den venösen Rückfluss als auch den lymphatischen Abtransport.

Quelle: PTA-Forum Pharmazeutische Zeitung

Das bedeutet: Steinklee dichtet durchlässige Kapillaren ab und sorgt langfristig wieder für ein funktionierendes Venen- und Lymphsystem. Genau das, was der Körper benötigt, um mit den „Aufräumarbeiten“ in den Lipödemen beginnen zu können.

Damit wären die Punkte 1 und 2 der obigen Liste bereits einfach nur durch die regelmäßige Einnahme von Steinklee erfüllt.

Der Steinklee bringt die Lymphe zum Fließen. Um dünnflüssiger und damit fließfähiger zu werden, wird zusätzliche Flüssigkeit im Körper benötigt. Der Wasserhaushalt des Körpers wird langfristig reguliert.

Ketogene Ernährung bei Lipödemen

Notwendig ist eine reichhaltige Ernährung. Denn: Der Körper benötigt für seine „Reparaturarbeiten“, wie ich das gerne nenne und wie es ja auch in Teil 2 dieses Artikels beschrieben ist, jede Menge zusätzliche Energie.

Außerdem bietet eine wohl formulierte, reichhaltige Ernährung ausreichend Mikro- und Makronährstoffe, um dem Energiemangel entgegen zu wirken. Eine ketogene Ernährung lässt die Blutzuckerwerte auf ein normales Nüchternzucker-Niveau sinken, die Glykolyse wird gehemmt und die Zellatmung, die Energiegewinnung in den Mitochondrien wird aktiviert und gestärkt. [13] S. 94

Ein Kaloriendefizit ist für Reparaturarbeiten völlig fehl am Platz. Dazu passt ausgezeichnet der Beitrag von Lars von team-keto.com – er schreibt in seinem Blog, dass Low Carb eben KEINE Mangelernährung darstellt. Er hat einen beispielhaften Tagesplan aufgeschrieben, die Mikro- und Makronährstoffe einmal zusammengerechnet und mit den empfohlenen Werten der DGE verglichen. Das Ergebnis: Der tägliche Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Aminosäuren kann vollständig mit ketogener Ernährung gedeckt werden. Vorausgesetzt natürlich, man isst auch entsprechend viel und vor allem passende Lebensmittel 🙂 [11]

Ein weiterer Pluspunkt: Fette durch einen vollkommen anderen Prozess, den so genannten Tricarbonsäure-Zyklus, aufgespalten. Der Tricarbonsäure-Zyklus (Citrat-Zyklus) ist ein effizienter Energiepfad, den der Körper nutzen kann, um nicht funktionierende Mitochondrien zu umgehen. [15] (Weitere Infos zum Citratzyklus: „Wie macht der Körper Energie aus Fett?„)

Eine ketogene Ernährung reduziert bestehende Entzündungen und hemmt neue. Ketonkörper können unabhängig von Insulin in die Zelle transportiert werden und können so auch bei einer Insulinresistenz der Zellen eine ausreichende Energieversorgung sicherstellen und Mangelzustände beseitigen [12].

Dadurch können auch die „trägen“ Lipzellen irgendwann motiviert werden, sich am Stoffwechsel des Körpers wieder aktiv zu beteiligen.

Mit ketogener Ernährung können wir also Entzündungen und Energiemangel beseitigen, Punkte 3 und 4 der Liste sind somit ebenfalls erfüllbar.

Eine Erkenntnis in der von mir gefundenen Literatur war für mich aber DIE Erkenntnis schlechthin.

Während gesunde Zellen gute mit einem Glucose-Ketonkörper-Gemisch gut zurechtkommen, haben kranke Zellen ihre Probleme damit. Ketonkörper schaden kranken Zellen, sie scheinen Ketonkörper nicht als Ersatzenergielieferant verwenden zu können. Denn schließlich sind die Zellkraftwerke ja in ihrer Funktion gehemmt. [13] S.100ff.

Meine Hoffnung bzw. Vermutung ist nun, dass durch die ketogene Ernährung die Mitochondrien der kranken Zellen irgendwie wieder aktiviert werden können, oder aber dass diese Zellen so sehr „aushungern“, dass sie absterben und neue, gesunde Zellen gebildet werden.

Unterstützung für den Darm

Der Verzicht auf Gluten und Lektine hilft dem Darm enorm bei der Heilung.

Ein wahres „Super Food“ und nicht aus der Paleo-Küche wegzudenkendes Gericht ist selbstgemachte Knochensuppe. Sie ist reich an Kalium, Natrium, Calcium, Phosphor, Magnesium und essentiellen Fettsäuren und hilft so die geschädigte Darmschleimhaut wieder aufzubauen. Knochensuppe ist auch eine tolle natürliche Quelle für L-Glutamin. L-Glutamin ist eine Aminosäure welche eine essentielle Rolle für die Gesunderhaltung der Darmzellen spielt [8]

Mein Fazit

Ich glaube, ich habe zuletzt beim Schreiben meiner Diplomarbeit so viel recherchiert wie für diesen Artikel. Nur hat die Diplomarbeit etwas länger gedauert …

Die Informationen die ich fand, haben mich teilweise umgehauen, und ich fragte mich: Wieso erfährst Du das alles erst jetzt? Wieso nicht schon viel früher?

Ich weiß jetzt, dass Eiweißablagerungen zwischen den Zellen nichts mit dem Eiweiß in der Nahrung zu tun haben, sondern Folge der gestörten Stoffwechselprozesse im Körper sind. Die wiederum (vermutlich) der Auslöser für die uns so verhassten Lipödeme sein können.

Dass die Veränderung der Stoffwechselprozesse und die Reduzierung der Funktion unserer Mitochondrien durch Energiemangel und insbesondere erhöhten Insulinspiegel entstehen, verstehe ich jetzt auch. Ebenso, dass man die Mitochondrien mit einer wohl formulierten ketogenen Ernährung perfekt dabei unterstützen kann, ihre Funktion wieder zu stärken.

Für mich persönlich ist damit absolut klar: Eine Liposuktion brauche ich nicht.

Und mein Gefühl der letzten Monate sehe ich bestätigt. Mehrere Monate habe ich ja nicht abgenommen, jedenfalls nicht auf der Waage, dafür aber im Umfang. Der Körper regeneriert sich bereits, auch wenn man es manchmal nicht so offensichtlich merkt.

Mit viel Geduld, meiner auf mich angepassten ketogenen Ernährung und moderater Bewegung kann ich meinen Körper zumindest dabei unterstützen, den in den letzten Monaten schon begonnenen Reparatur- und Wiederaufbauprozess weiter zu optimieren.

Meine große Hoffnung ist, dass dabei auch die kranken Fettzellen wieder durch gesunde ersetzt werden. Irgendwann. Studien und Beweise dafür gibt es aber leider keine – oder ich habe sie nicht gefunden.

Aber ich habe schon jetzt das Gefühl, dass es so ist.

10 Schritte für die Regeneration des gesamten Körpers

  1. Ernährungsumstellung
    Natürliche Lebensmittel, kohlenhydratarm, gluten- und lektinfrei. Idealerweise ketogen für den Fettstoffwechsel.
  2. Bewegung
    Moderate Bewegung unterstützt den Lymphfluss und damit die Regeneration. Nicht zu viel – denk bitte an die Ausführungen zur Milchsäure.
  3. Stress reduzieren
    Reduzierst Du den Stress, reduzierst Du den Energiemangel in den Zellen und gönnst Deinen Nebennieren die notwendige Erholung.
  4. Ausreichend schlafen
    Wenn Du bisher nur 4-5 Stunden pro Nacht geschlafen hast, tust Du Dir etwas Gutes, wenn Du Deinem Körper mindestens 7 Stunden Zeit zur Regeneration gönnst, wenn nicht sogar noch mehr. Das sollte er Dir Wert sein 🙂
  5. Chemische Belastungen vermeiden
    Chemie hat in unserem Körper nichts zu suchen. Daher suche Dir wieder Lebensmittel, die natürlich sind und so wenig wie möglich verarbeitet wurden. Eine Tomate oder eine Gurke, die nie die Sonne gesehen hat, kann einfach nicht genügend Vitalstoffe enthalten. Und genau die benötigen wir!
    Aber auch chemische Zusätze in Kosmetik- und Haushaltsartikeln können den Körper unnötig belasten.
  6. Ausgleich von Vitalstoffmangel
    Idealerweise lässt Du beim Arzt einen (leider kostenpflichtigen) Vitalstoffstatus bestimmen. Dann weißt Du, welche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente Dir genau fehlen. Ansonsten hilft nur: Viel konformes Gemüse, Nüsse, Fleisch, Fisch, Eier usw. essen.
  7. Sauerstoff
    Zellen benötigen auch Sauerstoff. Sorge daher immer für ausreichend Bewegung an der frischen Luft und auch gut gelüftete Räume.
  8. Supplements
    Gerade zu Beginn kann es sinnvoll sein, zum Beispiel einen Vitamin-Mangel mit Nahrungsergänzungsmitteln auszugleichen.
    Magnesium, B Vitamine, Vitamin C, Zink, Kupfer, Jod, Coenzym Q10 unterstützen bei der Behandlung der Nebennierenschwäche.
    Ganz wichtig: Vitamin D. Nahezu jeder Mensch in Deutschland hat einen chronischen Vitamin D Mangel! [14]
  9. Wiederaufbau des Darms
    Die Ernährungsumstellung und natürliche Lebensmittel mit einem hohen Ballaststoffanteil werden dabei gute Erfolge bringen.
  10. Geduld
    Geduld ist gefragt. So wie Steinklee nichts ist, was über Nacht alle Lipödem-Probleme löst, so tut das auch die ketogene Ernährung nicht. Seit 9 Monaten lebe ich jetzt ketogen, mein Körper ist ketoadaptiert, und ich spüre förmlich, wie der Körper hier und da seine Baustellen bearbeitet. Stück für Stück, Millimeter für Millimeter.

 

Gib Deinem Körper Zeit.

Gib Dir Zeit.

 

Viel Erfolg! <3 

Besuche Karen auf ihrer Seite; https://www.living-keto.de/wie-du-lipoedeme-in-den-griff-bekommst/

 

Quellenangaben:

[1] http://www.osteopathie-lemburg.de/50-0-Lexikon.html

[2] http://www.weiss.de/krankheiten/lymph-lipoedem/grundlagen/oedementstehung/

[3] https://www.connektar.de/gesundheitswesen-wellness/lipoedem-und-mitochondriopathie-das-uebel-an-seiner-wurzel-bekaempfen-22518

[4] http://www.dr-gahlen.de/lipodem.htm

[5] http://www.weiss.de/krankheiten/lymph-lipoedem/lipoedem/ursachen/

[7] http://blog.foodlinx.de/mitochondrien-wo-unsere-energie-entsteht/

[8] https://www.paleo360.de/gesunde-ernaehrung/leaky-gut-syndrom-paleo-hilft/

[9] https://wuerzedeinleben.wordpress.com/2016/05/11/nebennierenschwaeche-erkennen-und-behandeln/

[10] http://www.weiss.de/krankheiten/lymphlipoedem/therapie/ernaehrungsumstellung/

[11] http://www.team-keto.com/?p=216

[12] http://blog.foodlinx.de/die-ketogene-ernaehrung/

[13] Krebszellen lieben Zucker – Patienten brauchen Fett, Prof. Ulrike Kämmerer, Dr. Christina Schlatterer, Dr. Gerd Knoll. Systemed Verlag. 5. Auflage 2015*

[14] http://www.nie-wieder-zahnschmerzen.de/ohne-krebs-kein-vitamin-d/

[15] http://info.kopp-verlag.de/medizin-und-gesundheit/gesundes-leben/dr-david-jockers/drei-methoden-die-mitochondrien-funktion-zu-verbessern.html