Darmflora und die Bakterien die uns zu gute „Futterverwerter“ machen

Hallo!

Es interessiert mich sehr wie unser Magen-Darmtrakt konzipiert ist.

Ich halte es für sehr wichtig eine gesunde Darmschleimhaut zu haben. Nicht nur für mich, sondern auch für meine Familienmitglieder und für meine Klienten.

Zum Glück lässt sich das bewerkstelligen wenn  man ein paar Dinge beachtet.

Eins der wichtigste Güter für unsere Gesundheit ist eine gesunde Darmflora, die nicht nur unsere größtes Organ für die Immunabwehr darstellt, sondern zum Beispiel auch einige der B-Vitamine, Vitamin K und K2 herstellen kann. Die gesunde Darmflora gibt uns zum Beispiel auch Signalsubstanzen, wie Serotonin.

Wer mehr über die Kopplung Darm – Gehirn lesen möchte, empfehle ich das fantastische Buch, „ Darm mit Charme“, von Guilia Enders. Was ich noch auf meiner Leseliste stehen habe, ist das zweite Buch von Dr. Perlmutter „Brain Maker“. Es gibt mittlerweile sehr viele Informationen über die Gut-Brain Connection und das finde ich faszinierend.

Kann unser Darm uns dick oder dünn machen obwohl wir das gleiche essen?

Jeder kennt die Menschen die allein beim „anschauen“ einer Mahlzeit irgendwie zunehmen. Und andere bleiben dünn wie ein Spargel, obwohl sie viel essen.

Woher kommen diese  Unterschiede?

Als bekehrte LCHF’lerin finde ich, dass ein Teil der Lösung in unserem Blutzucker und Insulin liegt. Ebenso wichtig ist der Omega 3:6 Ratio. Dazu gibt es auch interessante Studien.
Aber wenn das Essen gleich ist und die Bewegung auch?
Was macht einen Menschen einen guten „Futterverwerter“? Man ahnt es schon – es könnte der Darmstatus sein. In der frühen Zeit, besser gesagt,  als die Menschen Jäger und Sammler waren, waren die Bakterienstämme nicht größer aber vielfältiger. Durch Hungern, zum Beispiel durch die beiden Weltkriege, durch Verarmung, durch die Anzahl der Gemüsesorten die wir essen, durch die Verwendung von Antibiotika, haben sich die Zahl die Stämme in einem normalen Darm in den letzten hundert Jahren verringert.

Das erschreckende daran ist, ist dass wir das bei der Geburt an unsere Kinder weitergeben. Hatte die Mutter eine verarmte Darmflora haben die Kinder das von Anfang an nach der vaginalen Geburt.  Noch schlechter für die normale Darmflora ist die erhöhte Zahl von Kaiserschnitte, wenn es nicht aus medizinischer Sicht notwendig ist. Wenn wir uns nicht Mühe geben, werden es noch weniger Stämme werden im Laufe der Zeit.

Was können wir aus dem Kot eines Braunbären lernen?

Ich bin zum Glück nicht der Forscher, der den Kot von Braunbären im Winter und im Sommer einsammeln muss. Ich denke, ich hätte da Angst tatsächlich Einem  in freier Wildbahn zu begegnen. Hier gibt es die Forschung, die uns sehr entgegen kommt, auf der Suche nach Antworten und obwohl Ratten dafür leiden mussten, waren die Bären jedenfalls frei und haben artgerecht gelebt.

Die Studie

In der Universität Göteborg hat eine Forschergruppe um Fredrik Bäckhed ¹ die Darmflora oder Bionome, von 16 Bären untersuchen wollen. Es ist nämlich ein Rätsel wie Bären sich im Sommer voll fressen können und richtig Fett zu legen, ohne dass sie Insulinresistenz oder Probleme mit dem Blutzucker bekommen. Im Winter wechseln sie zu einer Fettverbrennung vom feinsten und überleben die Wintermonate im tiefen Schlaf. Durch die erhöhte Lipolyse, Fettverbrennung, ist die Gallenproduktion erhöht und zirkulierende Blutfette haben zugenommen. Dennoch konnte keine negative Auswirkung auf die  Gesundheit festgestellt werden.

 

Beim Untersuchen des Sommerkots hat man festgestellt, dass die Bären einen Überschuss an Firmicutes und Actino Bakterien haben. Im Winter wo die Bären satt und zufrieden ihren Winterschlaf gehalten haben und massiv Fett verbrannt haben, waren es weniger unterschiedliche Bakteriensorten und die Bakteroidetes waren in der Mehrzahl. Ich denke, das Einsammeln hat kurz vor und nach dem Winterschlaf stattgefunden, weil während des Schlafs findet keine Entleerung statt. Von ältere Studien weiß man, dass die Ratio Firmicutes/ Bacteroides vermutlich einen Einfluss hat.

 

Die Forscher haben den Kot kultiviert und diesen, simpel ausgedrückt, Ratten die ohne Darmbakterien gezüchtet worden waren, eingepflanzt. Die Ratten mit dem Sommerkot nahmen mehr zu, obwohl sie das gleiche zu Essen bekamen, wie die anderen Ratten mit dem transplantierten  Winterkot. Dadurch hat sich eine interessante Behandlungsform für Menschen mit schweren Darmkrankheiten aufgetan. Man muss nur sicher sein dass der Spender die besten Voraussetzungen hat. Nicht Zuhause nachmachen!

 

Das zeigt uns, wer zunehmen möchte, könnte die Firmicutes „füttern“. Die bevorzugen Zucker und verarbeitete Kohlenhydraten. Praktisch gell! Das schmeckt ja auch den meisten.

 

Wer stattdessen satt sein möchte, füttert die Bacteroidetes mit Ballaststoffen wie Inulin und ähnlichem Für jemand mit einem gesunde Darm könnten Ballaststoffe aus Bohnen in kleine Maßen sinnvoll sein. Wer Probleme mit „leaky gut“  oder IBS hat, würde ich eher zu anderen Ballaststoffe raten.  Zwiebeln und Artischocke, Kohlgemüse und natürlich resistente Stärke wie Kartoffelmehl und Kochbananenmehl.

 

Wer die Bakterien  im Darm besser pflegen will, beachtet seinen zirkadianen Rhythmus, also den Tages-Rhythmus, und versucht Stress zu minimieren und den gesunden Ausgleich zu suchen. Ich finde die Yoga-Atmung eine tolle Sache um schnell runter zu kommen und das Cortisol und damit den Blutzucker und Blutdruck zu senken.

The Gut Microbiota modulates Energy Metabolism in hibernating brown bears Ursus arctos