Ketose oder Ketoazidose, wie entstehen diese grundverschiedenen Zustände

Ketoazidose aus einer Ketose, ist das möglich?

Hallo liebe Leser und Leserinnen! Heute möchte ich über ein Thema schreiben das uns oft Fragen und Sorgen bereitet. Könnte eine Ketose in eine lebensgefährliche Ketoazidose ausarten?

Um das zu beantworten muss man erst den Weg in eine Ketogenen Zustand beschreiben. Man nimmt ein „glukosegetriebener“ Mensch, der nach drei bis fünf Stunden wieder essen muss, weil die Energie im Blut langsam absackt. Jetzt einfachheitshalber so denken, dass ein Mensch den einen oder anderen Treibstoff benutzt; Im Grunde verbrauchen wir Fettsäuren und Glucose immer wenn wir uns normal bewegen. Es ist nicht so dass nur Ketonkörper oder Glukose verwertet werden als Energie.  Zurück zu unserem vorwiegend „glukosegetriebenem“ Mensch. Der Glukosespeicher sind gut gefüllt in Leber und Muskeln, Nachschub kann zu den Mitochondrien transportiert werden, welche das ATP herstellen. Wir haben Energie und der Körper ist damit recht zufrieden. Jetzt wollen wir den Treibstoff ändern und zu Fettverwerter werden. „Warum?“ fragt sich der aufmerksame Leser. Andere Geschichten 🙂 , um systemische Entzündungen zu senken und vor allem mehr ATP  in der Zelle herzustellen kurz erklärt.

Warnung jetzt wird es theoretisch!

Aber auch wichtig…

Statt 38 ATP bei jedem Citratzyklus zu bekommen aus der Acetyl-CoA verarbeitet aus  Glukose, 2 ATP aus der anaeroben Glykolyse plus 36 aus der aeroben Acetyl-CoA , bekommen wir jetzt mehr als 100 ATP aus der Acetyl-Coa gestartet aus Beta-oxidation, also verschiedene Fettsäuren und dabei entsteht weniger Abfall für jede Fettsäure als bei der Glykolyse. Mehr Energie für weniger Kosten resultiert in einem besseren Kosten-Energie Verhältnis.

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Zurück zu der Umstellung. Wir vermeiden die Kohlenhydrate, wie sie in Kartoffeln, Getreide und im Zucker vorkommen, die nur unnötig den Blutzucker hochtreiben und die sowieso die Mineralstoffaufnahme im Darm vermindern. Gemüse ist unser Freund. Also gerne genügend davon essen :-). 

Der Blutzucker sinkt und wir werden zittrig und langsam. Irgendwann reagiert das Gehirn und lässt mehr und mehr Treibstoff in Form von Ketonkörpern in der Leber herstellen. Das was sonst immer zur Verfügung stand, so dass die wertvollen Fettpolsterchen nicht angerührt werden mussten scheint jetzt nicht verfügbar zu sein.

Der Körper überlegt, „Sind wir auf der lange Wanderung oder herrscht Hungersnot?“  „Wer weiß wie lange diese Lebenssituation dauert?“

Die Fettpolsterchen werden als letztes angerührt aus evolutionären Überlebensgründen. So lange Glukose ständig im Blut wieder auftaucht muss nicht auf Plan A zugegriffen werden. Nein, lass Plan B für Sparmodus unbegrenzt laufen. So funktioniert der Körper, der getrimmt auf eine ursprüngliche Ernährung ohne verarbeitete Lebensmittel ist, die den Blutzucker nicht hochschellen lässt.

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Okay, der Sparmodus scheint beendet zu sein, und wir gehen zurück auf Plan A. Puh, ganz schön erleichternd wieder ursprünglich zu leben und den Körper nicht zu stressen mit hohem Blutzucker und der dazugehörigen Aufräum-Aktion des Insulins. So lange die Muskeln und deren Rezeptoren das Insulin und Zucker akzeptieren läuft ja alles gut. Manchmal gibt es eben Probleme. Einige werden mit beschädigter Herstellung von Insulin geboren. Andere bekommen es durch ein Infekt später im Leben. Ich spreche hier von Diabetes Typ 1. Da gibt es nicht das Insulin im Überfluss auf Abruf mehr, wie im Diabetes Typ 2. Wer soll da der Blutzucker in die Zelle reinschleusen? Normalerweise klopft Insulin an die Tür, also der Rezeptor. Rezeptor erkennt den Klopfer und nimmt der Blutzucker als Gast an. Es wird als Fettspeicher oder als Mitochondrienfutter für das ATP verwendet. Bei Diabetes Typ 1 wird immer vorausgesetzt, es ist besser extra Insulin als Medikament zu verabreichen als mit dem klarzukommen was noch vorhanden ist oder nur mit langseit wirkendes Insulin zu arbeiten. Das geht wenn man der Blutzuckerniveau niedrig und stabil bleiben lässt mit eine ursprungliche Kost ohne verarbeitete Kohlenhydratqeullen, etwa Paleo oder low carb. Es gibt auch einige die im Ketose sind. Davon können viele Diabetiker 1 positiv berichten. Sie haben sich getraut engmaschig ihren Blutzucker zu beachten die ersten Tage, um schnell eingreifen zu können, sollte der zu schnell absinken. Nach ein paar Stunden haben die ein neuen Blutzuckerverhalten gehabt. Nach ein paar Tagen haben die den Dreh raus, obwohl Vorsicht immer noch geboten wird. Am besten ist natürlich immer wenn man das im ärztlicher Aufsicht machen kann. So gehört es sich doch wenn man ernsthaft krank ist.

Bei Diabetes Typ 1 fehlt genügend Insulin. Da hungert die Zelle und Mitochondrien wenn Glukose oder Ketonkörper nicht im genügend Maße ankommen. Was macht der Körper wenn ganz viel Blutzucker im Blut ist aber nichts ankommt weil der“ Anklopfer“ nicht vorhanden ist? Er schlägt Alarm und schüttet Ketonkörper aus. „Rette sich wer kann!“ Energie als ATP muss gemacht werden sonst stirbt der ganze Organismus. Ja, es ist wirklich sehr ernst. Die Ausschüttung ist innerhalb von Minuten und bewirkt ein saures Blut und hohes Blutzucker. Bedeutend mehr Ketonkörper als eine entspannte Leber der im Ketose ist macht. Da haben wir den kritischen Zustand. Wir sind am Knackpunkt angelangt. Nein, aus der Ketose kommt kein Ketoazidose.

Ketoazidose

Hohes Blutzucker-> nicht genügend Insulin weil D1 oder Alkoholiker -> die Zellen sterben vor Hunger-> plötzliche Panik Aktion entsteht von massiv viele Ketone als letzte Möglichkeit sich zu retten->Übersäuerung des Blutes->Krankenwagen und Hilfe vom Notarzt

Ketose

Niedriges Blutzucker->kein hoher Bedarf für Insulin aber genügend vorhanden->die Zellen sind mit Ketonkörper für die ATP Produktion versorgt->Gehirn und Muskeln sind ausreichend versorgt

Wenn jetzt im Ketose das Blutzucker steigen würde sinkt der Produktion der Ketonkörper gleichzeitig ab. Überschreitet es eine Grenze wird die Ketose abgestellt und Sparmodus, alsoPlan B, so anstrengend wie es ist wird wieder bewerkstelligt. Ernährungsbedinger statt Hunger Ketose ist kein Stoffwechselentgleisung sondern ein Werkzeug um Entzündungen zu hemmen und mehr Energie zu bekommen, und das buchstäblich.

Dass der Unterschied nicht ausreichend bekannt ist, ist nicht nur traurig sondern eine Schande für die Diabetiker Betreuung in Deutschland und der ganze Welt. Mein Hoffen und mein Streben ist ein Teil dazu beizutragen, dass das Wissen verbreitet wird.

Kennst du jemand der gewarnt wurde für ketogene Kost oder Lchf aus diese Gründen? Hat es dich abgeschreckt vor du mit Lchf selber anfing? Was sagt dein Arzt/Ärztin wenn er/sie merkt das Ketonkörper in der Urin vorhanden ist oder dein Blutzucker niedrig ist? Wird eine Unterzucker gefürchtet?

Deine Erfahrungen und Fragen würde mich interessieren.

Mir ist klar, dass ich als „nur“ früher insulinresistente, nicht die Erfahrungen gehabt habe wie eine Diabetes Typ 1, 2 oder die andere Sorten wie Lada. Mir ist auch klar, dass ich beim Erklären viel übersprungen oder vereinfacht habe. Ein Biochemiker oder Biologe schüttet vielleicht den Kopf ;-). Aber ich möchte es erklärt habe wie ein Laie es verstehen kann. Also verzeiht die nicht ganz vollständige Erklärung des Citratcyklus oder die verschiedene Speicher des Muskelfetts.

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